Fräulein Schmetterling
Handlung von "Fräulein Schmetterling"
Fräulein Schmetterling ist ein deutscher Spielfilm der DEFA, der 1965 gedreht und 1966 verboten wurde. Regie führte Kurt Barthel, die Titelrolle der Helene Raupe spielt die tschechische Pantomimin Melania Jakubisková. Ihre jüngere Schwester Asta verkörpert Christa Heiser. Das Drehbuch stammt von Christa Wolf, Gerhard Wolf und Barthel selbst.
Helene ist 17 Jahre alt und wohnt mit der sechsjährigen Asta in einem Berliner Altbauviertel, dem der Abriss droht. Nach dem Tod des Vaters bleiben die Mädchen allein zurück, denn die Tante aus Potsdam kann oder will sie nicht bei sich aufnehmen. Helene träumt davon, Stewardess oder Model zu werden, wird vom Stadtbezirksmitarbeiter Himmelblau, gespielt von Rolf Hoppe, aber zunächst an einen Fischstand und danach in ein Modegeschäft vermittelt. Dort eckt sie mit ihrer geradlinigen Art an und verliert beide Stellen. Die Jugendfürsorgerin Frau Fertig (Lissy Tempelhof) beobachtet die Lage der Schwestern kritisch, und Helene versucht als Busschaffnerin einen Neuanfang. Im Bus findet sie in dem Fahrer Kubinke (Herwart Grosse) einen väterlichen Freund. Zwischen realen Szenen, Traumsequenzen und dokumentarisch wirkenden Aufnahmen gestaltet der Film so das Bild eines Mädchens, das sich gegen die Zwänge von Behörden und Alltag behauptet.
Zur weiteren Besetzung gehören Irene Korb, Carola Braunbock, Hans Hardt-Hardtloff, Carmen-Maja Antoni, Max Klingberg, Lothar Förster, Hans-Joachim Gläser und Sina Fiedler-Engel. Manfred Krug sprach Ende Dezember 1965 einen Kommentar von Christa Wolf ein, der einzelne Szenen entschärfen sollte.
Die Vorlage hatte Barthel bei den Dreharbeiten zu Der geteilte Himmel 1963 kennengelernt, und für die Hauptrolle war ursprünglich Jutta Hoffmann vorgesehen. Sie stand jedoch zur selben Zeit für Karla vor der Kamera. Die Dreharbeiten dauerten vom 30.08.1965 bis zum 08.12.1965. Kurz darauf übte das Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965 Kritik an mehreren DEFA-Produktionen, darunter Jahrgang 45, Das Kaninchen bin ich, Denk bloß nicht, ich heule und Spur der Steine. Viele dieser Filme wurden verboten, manche sogar vernichtet. Nach einer Vorführung des Rohschnitts am 04.02.1966 brach das Studio die Arbeit ab, und im April 1966 folgte das endgültige Verbot. Barthel inszenierte danach nur noch Die Nacht im Grenzwald als Spielfilm.
Erst ab 2002 rekonstruierten Fachleute das erhaltene Material, wobei die Bilder weitgehend vollständig waren, große Teile des Tons aber fehlten. Die so entstandene Montage wurde am 16.06.2005 im Berliner Kino Blow Up erstmals gezeigt. Eine weitere Rekonstruktion der DEFA-Stiftung ergab 2021 erstmals eine endmontierte Fassung von 68 Minuten Länge, die als Fernsehpremiere am 25.06.2021 im MDR lief.
Demnächst im TV:
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Darsteller - Schauspieler von "Fräulein Schmetterling"

Carmen-Maja Antoni
(geb. 23.08.1945)

Carola Braunbock
(geb. 09.01.1924)

Lothar Förster
(geb. 08.06.1926)

Hans-Joachim Gläser
(geb. 26.02.1941)

Herwart Grosse
(geb. 17.04.1908)

Hans Hardt-Hardtloff
(geb. 08.08.1906)

Rolf Hoppe
(geb. 06.12.1930)

Irene Korb
(geb. 07.06.1923)

Manfred Krug
(geb. 08.02.1937)

Lissy Tempelhof
(geb. 17.04.1929)
Relevante Filme zu "Fräulein Schmetterling"

Die Nacht im Grenzwald
(1968, Kinderfilm)

Jahrgang 45
(1966, Spielfilm)

Spur der Steine
(1966, Drama)

Das Kaninchen bin ich
(1965, Drama)

Denk bloß nicht, ich heule
(1965, Drama)

Karla
(1965, Drama)

Der geteilte Himmel
(1964, Drama)