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Die Sünderin

Jahr: 1951

Regie: Willi Forst

Länge: 87 Minuten

Genre: Drama

Handlung von "Die Sünderin"

Die Sünderin ist ein deutsches Drama aus dem Jahr 1951, das Willi Forst nach einem Drehbuch von ihm selbst, Georg Marischka und Gerhard Menzel inszenierte. In den Hauptrollen spielen Hildegard Knef und Gustav Fröhlich. Weitere Rollen übernahmen unter anderem Änne Bruck, Robert Meyn, Jochen-Wolfgang Meyn und Wera Frydtberg.

Marina, gespielt von Hildegard Knef, wächst in schwierigen Verhältnissen auf. Der Zweite Weltkrieg zerrüttet ihre Familie, die Mutter betrügt den Stiefvater, den die Gestapo verhaftet. Auch der Stiefbruder bringt Unheil in ihr Leben. Später verdient Marina ihr Geld als Prostituierte.

Dann begegnet sie dem erfolglosen Maler Alexander, den Gustav Fröhlich verkörpert. Er leidet an einem Gehirntumor, der ihn allmählich erblinden lässt. Das Paar reist nach Italien und erlebt dort eine Zeit des Glücks. Um die Kosten einer Operation für Alexander aufzubringen, will Marina wieder anschaffen gehen, doch es gelingt ihr nicht. Schließlich bietet der behandelnde Arzt seine Hilfe kostenlos an, und das Paar zieht weiter nach Wien.

Die Innenaufnahmen entstanden im Filmatelier Bendestorf bei Hamburg, für die Szenen im Freien reiste das Team nach Süditalien, unter anderem nach Neapel, Rom und Positano. Die Uraufführung fand am 18.01.1951 in Frankfurt am Main statt. Drei Tage zuvor hatte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft die Freigabe zunächst einstimmig verweigert, weil sie die Themen Prostitution und Tod als zu selbstverständlich dargestellt sah. Ein Hauptausschuss der Branchenorganisation SPIO gab den Film am Tag der Premiere mit 9 zu 4 Stimmen frei. Daraufhin zogen die Vertreter der Kirchen vorübergehend aus der Kontrollstelle ab.

Es folgte ein Skandal, der monatelang die Zeitungen beschäftigte. Katholische und evangelische Kreise riefen zum Boykott auf, der Kölner Kardinal Joseph Frings wandte sich in einem Hirtenbrief gegen den Film. In mehreren Städten kam es zu Demonstrationen, in Regensburg lieferten sich Gegner, Befürworter und Polizei eine dreitägige Auseinandersetzung. Stinkbomben flogen in Kinosäle. Der Protest richtete sich vor allem gegen Tabubrüche wie Prostitution und den Umgang mit dem Tod. Die kurze Szene, in der Hildegard Knef nackt zu sehen ist, gilt dagegen erst seit Ende der 1960er Jahre als Auslöser der Empörung.

Die Kritik fiel überwiegend negativ aus, an den Kinokassen wurde der Film dennoch ein großer Erfolg. Bis heute zählt Die Sünderin zu den bekanntesten Skandalfilmen der deutschen Nachkriegszeit.

Demnächst im TV:

  • 2. November 2026/20:15 - 21:40/ARTE
    Die Sünderin

Darsteller - Schauspieler von "Die Sünderin"

(geb. 28.12.1925)