Der Berg ruft
Handlung von "Der Berg ruft"
Der Berg ruft ist ein deutsches Drama aus dem Jahr 1938 mit den Hauptdarstellern Luis Trenker, Herbert Dirmoser und Heidemarie Hatheyer. Der Bergfilm greift die Erstbesteigung des Matterhorns auf und folgt dem Tatsachenroman Der Kampf ums Matterhorn von Carl Haensel. Luis Trenker führte Regie, produzierte den Film und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Hanns Sassmann und Richard Billinger.
Im Mittelpunkt steht der italienische Bergführer Jean-Antoine Carrel, den Trenker selbst spielt. In seinem Heimatdorf Breuil gilt er als Müßiggänger, weil er nur ein Ziel kennt: als Erster auf dem Matterhorn zu stehen. Dasselbe Ziel verfolgt der englische Alpinist Edward Whymper, den Dirmoser verkörpert. Nach einem Streit bei der ersten Begegnung werden die beiden Männer Freunde und versprechen einander, den Berg im nächsten Sommer gemeinsam zu besteigen.
Als es so weit ist, entzweit sie die Frage nach dem richtigen Aufstieg. Carrel will von der italienischen Seite starten, Whymper hält den Weg von der Schweizer Seite für sicherer. Dahinter steht mehr als alpinistischer Ehrgeiz: Breuil und Zermatt erhoffen sich Touristen, und in Italien gilt die Besteigung als nationale Aufgabe. Eine Intrige bringt Carrel schließlich dazu, sich von seinem Versprechen entbunden zu fühlen, während sich Whymper verraten glaubt. Beide Seiten brechen getrennt auf, und ein Wettlauf zum Gipfel beginnt.
Die Dreharbeiten dauerten von Juli bis Oktober 1937. Die Studioaufnahmen entstanden im Ufa-Atelier in Berlin-Tempelhof, die Außenaufnahmen in Zermatt und am Matterhorn. Der Film ist die Neuverfilmung des Stummfilms Der Kampf ums Matterhorn (1928) von Nunzio Malasomma, in dem Trenker bereits den Carrel gespielt hatte. Damit wollte er die Geschichte mit besserer Technik und näher an den tatsächlichen Ereignissen erzählen. Für Heidemarie Hatheyer war es das Leinwanddebüt.
Parallel entstand als deutsch-englische Koproduktion eine zweite Fassung mit dem Titel The Challenge, bei der Milton Rosmer die Co-Regie übernahm und die weibliche Hauptrolle mit Joan Gardner besetzt war. Sie lief am 14.05.1938 in Großbritannien an. Die deutsche Fassung wurde am 06.01.1938 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin uraufgeführt.
Der Film entstand in der Zeit des Nationalsozialismus und unterlag der staatlichen Filmaufsicht. Die Reichsfilmkammer kritisierte den internationalen Charakter der Handlung und den Schauplatz außerhalb des Deutschen Reichs. Trotzdem erhielt er von der Filmprüfstelle das Prädikat „Künstlerisch wertvoll“.
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