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Die seltsame Historia von den Schiltbürgern

Jahr: 1961

Regie: Johannes Hempel

Länge: 73 Minuten

Genre: Komödie

Handlung von "Die seltsame Historia von den Schiltbürgern"

Die seltsame Historia von den Schiltbürgern ist ein deutscher Puppentrickfilm aus dem Jahr 1961, den Johannes Hempel im DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden inszenierte. Die Vorlage bildet das Volksbuch von den Schildbürgern aus dem Jahr 1562. Der Film gilt als erster längerer Animationsfilm der DDR.

Die Männer der Stadt Schiltburg gelten als klug und geschickt, weshalb Fürsten sie an ihre Höfe holen. Zu Hause müssen die Frauen allein zurechtkommen. Auf Betreiben von Frau Federkiel bitten sie ihre Männer schriftlich um Rückkehr. Die Fürsten bewilligen jedoch nur einen Urlaub. Deshalb schlägt Meister Musikus vor, sich närrisch zu stellen, damit man sie aus dem Dienst entlässt. Der Stadtchronist Herr Federkiel hält davon nichts, wird aber überstimmt.

Aus der Rolle wird bald Ernst. Die Bürger errichten ein dreieckiges Rathaus ohne Fenster und tragen Sonnenlicht in Säcken hinein. Sie schleppen Baumstämme einen Berg hinauf, um sie wieder hinabrollen zu lassen. Als der Kaiser von den Narrheiten erfährt, gewährt er ihnen Narrenfreiheit. Damit lösen sich Recht und Ordnung auf, und nur Gauner profitieren davon. Als eine Mäuseplage die Vorräte aufzehrt, tauchen Betrüger mit einem angeblichen Mäusetiger auf.

Die Stimmen sprachen unter anderem Hans-Georg Nowotny (Meister Federkiel), Richard Stamm (Meister Musikus), Siegfried Göhler (Bürgermeister), Hermann Stövesand (Baumeister) und Franz Kutschera als Erzähler. Die Musik schrieb Wolfgang Hohensee, die Liedtexte stammen von Martin Remané.

Die Arbeit begann 1958 und erforderte den Bau und die Bewegung unzähliger Puppen, Requisiten und Kulissen. Das Budget wurde überzogen. Die Kinopremiere war am 07.12.1961 in Bautzen. Funktionäre und Kritiker sahen in der Geschichte bald Anspielungen auf Missmanagement in der DDR. Der Film verschwand ohne formelles Verbot aus den Kinos, und Johannes Hempel musste 1962 das Trickfilmstudio verlassen. Eine restaurierte Fassung der DEFA-Stiftung wurde am 03.12.2022 in Dresden erstmals gezeigt.

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