Herbert Achternbusch
Biografie von Herbert Achternbusch
Herbert Achternbusch, geboren als Herbert Schild, war ein deutscher Schauspieler, Schriftsteller, Filmregisseur und Maler. Er wurde am 23.11.1938 in München geboren und wuchs ab 1943 bei seiner Großmutter im Bayerischen Wald auf. 1960 adoptierte ihn sein leiblicher Vater, seitdem trug er den Namen Achternbusch.
Nach dem Abitur besuchte er von 1960 bis 1962 die Pädagogische Hochschule in Pasing sowie die Kunstakademien in Nürnberg und München. Zunächst arbeitete er als Maler und Lyriker. Mitte der 1960er Jahre wandte er sich auf Anraten von Freunden dem Schreiben zu. Sein Romandebüt Die Alexanderschlacht erschien 1971 und zählt zu den Werken der literarischen Avantgarde jener Zeit. Auch für das Theater schrieb er regelmäßig Stücke.
Anfang der 1970er Jahre begann er mit dem Drehen von Schmalfilmen und spielte kleinere Rollen bei Werner Herzog und Volker Schlöndorff. Als Regisseur debütierte er 1974 im Kino mit Das Andechser Gefühl. In rund 30 Filmen übernahm er meist selbst Buch, Regie und Hauptrolle. Die Filme sind von Laiendarstellern, improvisiertem Spiel und einer statischen Kamera geprägt. Sie nehmen bayerischen Katholizismus und Kleinbürgertum aufs Korn.
Für Aufsehen sorgte 1982 sein Film Das Gespenst. Wegen Blasphemie-Vorwürfen lehnte die FSK zunächst die Freigabe ab; verboten blieb er zudem in Österreich und in der Schweiz. Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann hielt ihm danach Fördergelder zurück. Achternbusch klagte zehn Jahre lang dagegen und bekam 1992 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster recht. Der letzte Film, Das Klatschen der einen Hand, entstand im Jahr 2002.
Zu seinen Auszeichnungen zählen der Petrarca-Preis (1977), den er öffentlich verbrannte, das Filmband in Silber (1982), der Mülheimer Dramatikerpreis (1986, 1994) und der Ernst-Hoferichter-Preis (1999). Das Filmfest München widmete ihm 2008 eine Retrospektive.
Achternbusch hatte sechs Kinder. Seine Tochter Naomi Achternbusch (geboren 1994) wurde ebenfalls Schauspielerin und spielte in zwei seiner Werke mit, in Picasso in München und im bereits genannten Spätwerk. Mit Annamirl Bierbichler verband ihn eine rund achtjährige Beziehung, die 1993 endete; in den 1980er Jahren wohnte er mit ihr am Starnberger See. Danach heiratete er die Schauspielerin Judith Tobschall.
Herbert Achternbusch starb am 10.01.2022 im Alter von 83 Jahren in München.
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Filmografie - Filme mit Herbert Achternbusch

Das Gespenst
(1982, Tragikomödie)