Mathias Wieman
Biografie von Mathias Wieman
Mathias Wieman war ein deutscher Schauspieler und Rezitator. Er kam am 23.06.1902 in Osnabrück zur Welt, als Sohn eines Juristen. Der Vater starb früh, danach lebte die Familie zunächst in Wiesbaden und später in Berlin, wo seine Mutter ein zweites Mal heiratete.
In Berlin besuchte Wieman das Schillergymnasium und belegte vier Semester Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität. Außerdem nahm er drei Monate lang Unterricht an der Schauspielschule des Deutschen Theaters. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er bei der Holsteiner Wanderbühne unter Hans Holtorf. Danach gehörte er zum festen Ensemble des Deutschen Theaters Berlin unter Max Reinhardt und arbeitete später als freier Schauspieler. Besonders häufig stand er dort als Faust in Goethes gleichnamiger Tragödie auf der Bühne.
Schon zur Stummfilmzeit begann seine Kinolaufbahn. Mit Das Land ohne Frauen (1929) drehte er seinen ersten Tonfilm. Im Jahr 1932 spielte er den Maler Vigo in Das blaue Licht, dem Regiedebüt von Leni Riefenstahl. Zu seinen bekanntesten Leinwandrollen zählt außerdem Der Schimmelreiter (1934) nach der Novelle von Theodor Storm.
Während der NS-Zeit war Wieman eng in den staatlich gelenkten Kulturbetrieb eingebunden. 1936 inszenierte er im Auftrag von Joseph Goebbels das Stück Frankenburger Würfelspiel als Beitrag zum Rahmenprogramm der Olympischen Spiele und spielte darin selbst den Schwarzen Ritter. In den Soldatenfilmen von Karl Ritter übernahm er mehrfach die Rolle preußischer Offiziere, etwa als Major Zurlinden in Unternehmen Michael (1937) und als Hauptmann von Tzülow in Kadetten (1941). 1937 ernannte ihn Adolf Hitler zum Staatsschauspieler, im Mai desselben Jahres holte man ihn in das Kontrollgremium der Ufa. Er wirkte zudem in dem Propagandafilm Ich klage an (1941) mit, der für die Krankenmorde der Nationalsozialisten warb. 1944 führte ihn das Propagandaministerium auf der Gottbegnadeten-Liste.
Nach Kriegsende erhielt Wieman wegen seiner Mitarbeit an Ufa-Propagandafilmen nur noch selten Filmangebote. Eine Ausnahme war Roberto Rossellini, der ihn 1954 in La paura neben Ingrid Bergman besetzte. Stattdessen widmete er sich verstärkt der Rezitation deutscher Dichtung im Hörfunk und auf Schallplatten, etwa in der Reihe Mathias Wiemans kleine Diskothek. Berühmt wurde er als Erzähler von Peter und der Wolf: Er sprach den Text bei Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern (1950, Leitung Fritz Lehmann) und einem französischen Nationalorchester (1962, Leitung Lorin Maazel). In den 1960er Jahren war er zudem ein gefragter Werbesprecher.
Für sein Wirken erhielt Wieman die Justus-Möser-Medaille der Stadt Osnabrück (1958) und den Bambi (1965).
Seit 1926 war er mit der Schauspielerin Erika Meingast verheiratet, die ihn um drei Jahre überlebte. Zuletzt stand er am 19.11.1969 als Pastor Manders in Gespenster von Henrik Ibsen am Thalia Theater in Hamburg auf der Bühne.
Mathias Wieman starb am 03.12.1969 im Alter von 67 Jahren in Zürich.
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Filmografie - Filme mit Mathias Wieman

Königliche Hoheit
(1953, Liebesfilm)

Ich klage an
(1941, Drama)