Lil Dagover
Biografie von Lil Dagover
Lil Dagover, bürgerlich Marie Antonie Sieglinde Marta Seubert, war eine deutsche Schauspielerin und Bühnendarstellerin. Sie wurde am 30.09.1887 in Pati im damaligen Niederländisch-Indien geboren. Ihr Vater Adolf Karl Seubert arbeitete dort als Oberforstmeister in niederländischen Diensten.
Ihre Erziehung verteilte sich auf Großbritannien, Frankreich sowie die Schweiz. Nach dem Tod der Mutter lebte sie ab ihrem zehnten Lebensjahr bei Verwandten in Tübingen und besuchte dort die Schule. Anschließend ging sie nach Weimar. Im Jahr 1913 wurde der Schauspieler Fritz Daghofer ihr Ehemann; ein Jahr später kam die Tochter Eva zur Welt. Über ihren Mann fand sie zum Film und trat zunächst als Martha Daghofer vor die Kamera. Aus dem Familiennamen formte sie später den Künstlernamen Lil Dagover. Die Ehe wurde 1920 geschieden.
Ihren Durchbruch hatte sie 1919 in zwei Filmen von Fritz Lang. Regisseur Robert Wiene besetzte sie danach als weibliche Hauptfigur in Das Cabinet des Dr. Caligari. In den 1920er Jahren drehte sie unter anderem mit Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau anspruchsvolle Stummfilme und galt als eine der führenden Stummfilmdarstellerinnen. Seit 1926 war sie mit dem Produzenten Georg Witt verheiratet. Parallel spielte sie in Berlin Theater, unter anderem am Deutschen Theater von Max Reinhardt und bei den Salzburger Festspielen. Der Wechsel zum Tonfilm gelang ihr deshalb ohne Einbruch. 1931 übernahm sie in Hollywood die Titelrolle in The Woman from Monte Carlo.
Während der NS-Zeit blieb sie ein gefragter UFA-Star und wirkte von 1933 bis 1944 in 23 Filmen mit, darunter Schlußakkord (1936). 1937 verliehen ihr die Nationalsozialisten den Titel Staatsschauspielerin. Für Truppenbetreuung und Auftritte in Fronttheatern erhielt sie 1944 das Kriegsverdienstkreuz. Im selben Jahr führte das Propagandaministerium sie auf der Gottbegnadeten-Liste. Politisch trat sie nach der Darstellung in der Literatur nicht hervor.
Nach 1945 stand sie weiter vor der Kamera. In der Verfilmung Die Buddenbrooks von 1959 war sie ebenso zu sehen wie 1961 in der Titelrolle des Edgar-Wallace-Films Die seltsame Gräfin. Es folgten Fernsehproduktionen, darunter 1975 die Folge Wodka Bitter-Lemon der Krimireihe Tatort. Zu ihren späten Kinofilmen zählen Der Fußgänger (1973) und Geschichten aus dem Wienerwald (1979). Ihre Erinnerungen erschienen 1979 unter dem Titel Ich war die Dame.
Für ihre Nebenrolle in Königliche Hoheit erhielt Lil Dagover 1954 das Filmband in Silber. Weitere Ehrungen waren das Filmband in Gold (1962), der Bambi (1964) und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1967).
Lil Dagover starb am 23.01.1980 im Alter von 92 Jahren in Grünwald.
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Filmografie - Filme mit Lil Dagover

Die Buddenbrooks
(1959, Spielfilm)

Königliche Hoheit
(1953, Liebesfilm)

Schlußakkord
(1936, Melodram)

Tatort
(1969-1989, Krimi)