Hanne Wieder
Biografie von Hanne Wieder
Hanne Wieder war eine deutsche Kabarettistin, Diseuse und Schauspielerin. Sie wurde am 08.05.1925 in Hann. Münden als einzige Tochter eines Polizeioffiziers geboren und wuchs an wechselnden Orten auf. Ihr eigentlicher Name lautete Lydia Luise Elfriede Hannelore Wieder. In späteren Jahren gab sie 1929 als Geburtsjahr an, das Jahr 1925 gilt jedoch als gesichert.
Um 1940 verließ sie die Schule und ließ sich an der Schauspielschule des Staatstheaters Karlsruhe ausbilden. 1946 hatte sie Engagements in Stuttgart, ein Jahr später in Tübingen.
Von 1948 bis 1951 gehörte Hanne Wieder zum Ensemble des Düsseldorfer Kom(m)ödchens und wirkte dort vom fünften bis zum zwölften Programm mit. Besonders geschätzt wurde sie für ihren Vortrag von Chansons und Gedichten, die auf Kurt Tucholsky, Walter Mehring und Klabund zurückgehen. Friedrich Hollaender widmete ihr das Chanson Circe, das später zum festen Repertoire vieler Diseusen gehörte. Auch Vertonungen von Gedichten der Lyrikerin Mascha Kaléko gehörten zu ihrem Programm.
Seit den 1960er Jahren zog sie sich weitgehend aus dem politischen Kabarett zurück. Stattdessen sang sie in Fernsehshows und nahm Chanson-Schallplatten auf. Mit dem jungen James Last entstand eine Gesamtaufnahme der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, die auch die Sprechszenen enthält. Im Sprechtheater übernahm sie vor allem Rollen in Komödien und Musicals, etwa in Can-Can und Kiss Me, Kate. Am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater stand sie 1984 als Titelfigur in Der Besuch der alten Dame auf der Bühne, der Claire Zachanassian.
Ihr Filmdebüt gab sie 1958. Für ihre Rolle als Marga Hartog im Krimi Das Mädchen Rosemarie erhielt sie im selben Jahr den Preis der deutschen Filmkritik. In Das Spukschloß im Spessart (1960) verkörperte sie ein freches Gespenst, das mit einem Zaubertrank seinen Körper zurückerhält. Danach folgten unter anderem Grieche sucht Griechin (1966) mit Heinz Rühmann nach einer Vorlage von Friedrich Dürrenmatt sowie das Musical Schneewittchen und die sieben Gaukler (1962). 1977 trat sie in einer Folge der Krimireihe Der Alte auf.
Als Synchronsprecherin lieh sie dem Teufel in Der Exorzist ihre Stimme. In der Hörspielfassung der Unendlichen Geschichte sprach sie die Uralte Morla. Am 06.06.1971 gehörte sie zu den Frauen, die im Magazin Stern das Bekenntnis Wir haben abgetrieben! unterzeichneten. In der Schwulenszene genoss sie zeitweise Kultstatus, nicht zuletzt wegen ihrer tiefen, rauchigen Stimme.
Sie war mit dem Schauspieler Heinz Schimmelpfennig verheiratet.
Hanne Wieder starb am 11.05.1990 im Alter von 65 Jahren in Feldafing.
Demnächst im TV:
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Filmografie - Filme mit Hanne Wieder

Schneewittchen und die sieben Gaukler
(1962, Musikfilm)

Das Mädchen Rosemarie
(1958, Krimi)

Der Alte
(1976-heute, Krimi)
Relevante Schauspieler zu Hanne Wieder

Heinz Rühmann
(geb. 07.03.1902)

Heinz Schimmelpfennig
(geb. 06.04.1919)