Gert Fröbe
Biografie von Gert Fröbe
Gert Fröbe, bürgerlich Karl Gerhart Fröbe, war ein deutscher Schauspieler und Rezitator. Er gilt als einer der prägenden Charakterdarsteller des deutschen Nachkriegsfilms und wirkte auch in zahlreichen internationalen Produktionen mit. Gert Fröbe wurde am 25.02.1913 in Oberplanitz bei Zwickau geboren.
Den Einstieg ins Theater fand er als Kulissenschieber am Stadttheater Zwickau. Nebenbei spielte er Geige und trat in der Region unter dem Namen Der rote Geiger von Zwickau auf. Von 1933 bis 1935 ließ er sich an der Sächsischen Staatsoper Dresden zum Theatermaler ausbilden. Anschließend nahm er Schauspielunterricht bei Erich Ponto.
Zur NS-Zeit gibt er selbst an, 1934 in die NSDAP eingetreten und 1937 wieder ausgetreten zu sein. Spätere Recherchen nennen dagegen einen früheren, nicht eindeutig datierbaren Eintritt und keinen belegten Austritt. Im Herbst 1944 zog man ihn zur Wehrmacht ein, wo er bis Kriegsende als Sanitätssoldat diente.
Nach 1945 trat er im Münchner Kabarett Der Bunte Würfel auf und spielte danach in Wien am Deutschen Volkstheater. Seine erste große Filmbekanntheit erlangte er 1948 als Otto Normalverbraucher in Berliner Ballade. Bis 1958 stand er in fast vierzig deutschsprachigen Filmen vor der Kamera, darunter Das Mädchen Rosemarie (1958).
Den entscheidenden Karrieresprung brachte ebenfalls 1958 der Krimi Es geschah am hellichten Tag nach einer Vorlage von Friedrich Dürrenmatt. Neben Heinz Rühmann spielte er darin den Kindermörder Schrott. 1961 verkörperte er in Via Mala den brutalen Gutsbesitzer Jonas Lauretz, an seiner Seite stand Edith Schultze-Westrum.
International wurde Gert Fröbe 1964 als Gegenspieler Auric Goldfinger in James Bond 007 – Goldfinger bekannt. In der englischen Originalfassung sprach wegen seines starken Akzents der Schauspieler Michael Collins seine Rolle. Im folgenden Jahr war er in der Komödie Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten zu sehen.
In den späteren Jahren spielte er unter anderem in Der Schimmelreiter (1978) und in Das Schlangenei (1977) von Ingmar Bergman. Seine letzte Fernsehrolle übernahm er in der ZDF-Serie Die Schwarzwaldklinik. Daneben ging er mit Rezitationsprogrammen auf Tournee.
Nachdem er 1965 in einem Zeitungsinterview seine frühere NSDAP-Mitgliedschaft erwähnt hatte, verbot man seine Filme in Israel zunächst. Nach etwa acht Wochen nahm man die Sperre zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er in der NS-Zeit einer jüdischen Familie Unterkunft und Essen verschafft hatte.
Zu seinen Auszeichnungen zählen der Preis der deutschen Filmkritik (1959), der Ernst-Lubitsch-Preis (1961), der Darstellerpreis des Festivals von San Sebastián (1961), der Bambi (1966, 1967), das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1973), das Filmband in Gold (1978), der Bayerische Verdienstorden (1982) und die Goldene Kamera (1983).
Gert Fröbe war fünfmal verheiratet. Er starb unerwartet an einem Herzinfarkt nach einem Rezitationsabend. Gert Fröbe starb am 05.09.1988 im Alter von 75 Jahren in München.
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Filmografie - Filme mit Gert Fröbe

Der Schimmelreiter
(1978, Spielfilm)

Das Schlangenei
(1977, Drama)

Das Mädchen Rosemarie
(1958, Krimi)

Die Schwarzwaldklinik
(1984-2005, Fernsehserie)
Relevante Schauspieler zu Gert Fröbe

Heinz Rühmann
(geb. 07.03.1902)

Edith Schultze-Westrum
(geb. 30.12.1904)