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Gerhard Polt

Geburtsdatum: 07.05.1942

Geburtsort: München

Biografie von Gerhard Polt

Gerhard Polt ist ein deutscher Kabarettist, Autor, Fernseh- und Filmschauspieler. Er kam am 07.05.1942 in München zur Welt. Wegen der Luftangriffe zog seine Mutter mit dem Säugling nach Altötting. Der Vater Richard war Rechtsanwalt und im Krieg Major. Erst 1951 wohnte die Familie wieder in München.

Nach dem Abitur belegte Gerhard Polt Politik und Geschichte in München, von 1962 bis 1968 dann Skandinavistik und Altgermanistik in Göteborg. Er spricht fließend Schwedisch und spielte ein Programm in dieser Sprache, auch vor König Carl XVI. Gustaf. Danach war er Lehrer, Übersetzer und Dolmetscher.

Den Einstieg ins Künstlerleben brachte ihm 1976 das Hörspiel Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau, in dem er über 30 Figuren aus der Münchner Amalienstraße sprach. Auf der Bühne debütierte er 1975 im Theater Die Kleine Freiheit mit Kleine Nachtrevue. Mit Diridari und Tschurangrati an den Münchner Kammerspielen folgten große Erfolge, inszeniert von Hanns Christian Müller, mit Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger. Oft trat er mit der Musikgruppe Biermösl Blosn auf.

Bekannt wurde er durch die Sketchreihe Fast wia im richtigen Leben, die der Bayerische Rundfunk ab 1979 sendete; bis 1988 entstanden zwölf Staffeln, in denen Gisela Schneeberger mitspielte. Mit Hanns Christian Müller schuf er die Kinofilme Kehraus, Man spricht deutsh und Germanikus. Weitere Rollen hatte er in Monaco Franze – Der ewige Stenz (1982), Unsere Nachbarn, die Baltas (1983), Herr Ober! (1991), Und Äktschn! (2013) und Der Onkel – The Hawk (2022).

1979 stritt er mit dem ZDF, weil Redakteure sein Manuskript für Einwürfe aus der Kulisse wegen Stellen über Friedrich Zimmermann kürzten. Zum Kleinkunstpreis 1980 hielt er im ZDF eine Dankesrede, in der er kaum etwas sagte. 1983 verteilte er auf dem Roten Platz in Moskau Freibier.

Meist spielt er den engstirnigen Bürger voller Vorurteile und nimmt Beamte, Politiker und Intellektuelle aufs Korn. 1990 wirkte er mit der Biermösl Blosn am Album Auf dem Kreuzzug ins Glück der Toten Hosen mit, 2005 tourte er mit beiden Gruppen mit Abvent. 2012 widmete ihm das Literaturhaus München die Ausstellung Braucht’s des?!. Seit 2016 wirbt er für ein Haus des Humors auf dem früheren Münchner Viehhof.

Zu seinen Auszeichnungen zählen der Kulturförderpreis der Stadt München (1975), der Deutsche Kleinkunstpreis (1980), der Ernst-Hoferichter-Preis (1980), der Adolf-Grimme-Preis mit Bronze (1981) und mit Silber (1983), der Deutsche Filmpreis für das Drehbuch zu Kehraus (1984), der Ernst-Lubitsch-Preis (1984), der Goldene Gong (1989), der Große Karl-Valentin-Preis (2007), der Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehpreises (2017), der Salzburger Stier als Ehrenstier (2019), der Kulturelle Ehrenpreis der Stadt München (2019), der Bayerische Verdienstorden (2021), das Bundesverdienstkreuz am Bande (2024) und der Bayerische Kunstpreis als Ehrenpreis (2025).

Seit 1971 ist er verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Neuhaus am Schliersee.

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