Helen Vita
Biografie von Helen Vita
Helen Vita, bürgerlich Helene Vita Elisabeth Reichel, war eine Schweizer Schauspielerin, Chansonsängerin und Kabarettistin. Sie wurde am 07.08.1928 in Hohenschwangau im Ostallgäu geboren. Ihre Eltern waren Musiker, der Vater spielte Geige, die Mutter Cello. Nach der Ausweisung der Familie aus Deutschland im Jahr 1939 wuchs sie in Genf auf.
Ihre Ausbildung erhielt sie am Konservatorium in Genf. Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie 1946 in Paris, danach spielte sie zwei Jahre am Schauspielhaus Zürich. Dort war sie an der Uraufführung des Stücks Herr Puntila und sein Knecht Matti von Bertolt Brecht beteiligt. 1948 spielte sie neben Hans Albers in Liliom. Brecht entdeckte ihr komisches Talent und ermunterte sie zum Kabarett. Ab 1949 gehörte sie zum Zürcher Cabaret Fédéral, ab 1952 zur Münchner Kleinen Freiheit.
Seit den frühen 1950er Jahren drehte Vita Filme, insgesamt etwa 58 für Kino und Fernsehen. Häufig spielte sie in Heimatfilmen und Schlagerfilmen die derbe Nebenfigur, etwa neben Caterina Valente. Zu den frühen Auftritten gehören Ferien auf Immenhof (1957) und Das Mädchen Rosemarie (1958). In der Berliner Serie Am grünen Strand der Spree trat sie an der Seite von Günter Pfitzmann auf. In Die Feuerzangenbowle (1970) und in Cabaret (1972) war sie ebenfalls zu sehen, im Musikfilm als Fräulein Kost.
Besonders schätzte sie ihre Arbeiten für Rainer Werner Fassbinder, darunter Berlin Alexanderplatz (1980) und Lili Marleen (1981). Außerdem gastierte sie in Reihen wie Tatort, Der Alte, Derrick und Ein Fall für zwei. In den 1990er Jahren folgten Rollen in Salto Postale und Die drei Mädels von der Tankstelle, im Jahr 2000 schließlich ein Auftritt in Die Schule am See.
Große Aufmerksamkeit erregte sie in den 1960er Jahren mit Schallplatten voller freizügiger französischer Chansons. Staatsanwälte gingen gegen die Aufnahmen vor, verkauft wurden sie zeitweise nur unter dem Ladentisch, und erst 1969 stufte eine Behörde die Lieder als künstlerisch hochstehend ein. Später entstanden Soloprogramme, unter anderem Lotterlieder von Brahms bis Brecht. Gegen Ende der 1990er Jahre hatte sie als eine von Drei alten Schachteln neuen Erfolg, zusammen mit Brigitte Mira sowie Evelyn Künneke.
Helen Vita erhielt 1985 den Deutschen Kleinkunstpreis, 1987 den Salzburger Stier und 2000 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. 1956 heiratete sie den Schweizer Komponisten Walter Baumgartner, mit dem sie zwei Söhne hatte. Seit 1965 besaß sie eine Wohnung in Berlin, die sie später zu ihrer Wahlheimat machte.
Helen Vita starb am 16.02.2001 im Alter von 72 Jahren in Berlin.
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Filmografie - Filme mit Helen Vita

Die drei Mädels von der Tankstelle
(1996, Spielfilm)

Lili Marleen
(1981, Drama)

Berlin Alexanderplatz
(1980, Fernsehserie)

Cabaret
(1972, Musikfilm)

Die Feuerzangenbowle
(1970, Komödie)

Das Mädchen Rosemarie
(1958, Krimi)

Ferien auf Immenhof
(1957, Familienfilm)

Die Schule am See
(1997-2000, Fernsehserie)

Salto Postale
(1993-1996, Fernsehserie)

Ein Fall für zwei
(1981-2013, Fernsehserie)

Der Alte
(1976-heute, Krimi)

Derrick
(1974-1998, Fernsehserie)

Tatort
(1970-heute, Krimi)
