Til Kiwe
Biografie von Til Kiwe
Til Kiwe, bürgerlich Eduard Heinrich Kiefer, war ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Drehbuchautor und Ethnologe. Er wurde am 07.06.1910 in Aachen geboren.
Kiwe nahm in seiner Jugend Gesangsunterricht am Aachener Konservatorium und legte 1934 das Abitur ab. Danach studierte er bis 1937 in Köln und im amerikanischen Baltimore Ethnologie. Zum Schauspieler ließ er sich in Köln bei Adolf Manz sowie in Baltimore ausbilden. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg beteiligte er sich an Expeditionen, 1938 etwa in das Tibesti-Gebirge. Im Krieg diente er als Offizier in Afrika und erhielt 1943 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft nahm er seinen neuen Namen an. 1946 debütierte er in München am Experimentiertheater Die Spieler. In München blieb er bis 1972 der Bühne treu, hauptsächlich am Jungen Theater sowie an Kammerspielen und Staatsschauspiel. Zu seinen Bühnenrollen zählten Professor Higgins in Pygmalion und Ruprecht in Der zerbrochne Krug.
Im Kino trat Kiwe in Heimatfilmen auf und spielte häufig Wehrmachtsoffiziere. In Es geschah am 20. Juli (1955) verkörperte er Stauffenbergs Adjutanten Werner von Haeften. In Die Brücke (1959) von Bernhard Wicki übernahm er eine Nebenrolle als fliehender Oberleutnant. Außerdem wirkte er in Der Schinderhannes (1958) mit. Im Fernsehfilm Am grünen Strand der Spree spielte er neben Wolfgang Büttner und Anneli Granget den Major Illing. Internationale Produktionen wie Eins, zwei, drei, Der längste Tag und Die Akte Odessa gehörten ebenfalls zu seinen Arbeiten.
Seit 1956 war er regelmäßig im Fernsehen zu sehen. In der Krimiserie Hafenpolizei spielte er an der Seite von Josef Dahmen den Kommissar Peters. Daneben schrieb er Drehbücher, etwa zu Auf den Wegen nach Rom (1959) und Stahlschrank SG 3 (1966).
Parallel arbeitete Kiwe als Ethnologe. Ab 1953 reiste er unter anderem zur Osterinsel und in die Atacama-Wüste, später in den Sudan. Für die UNESCO produzierte und inszenierte er 17 Dokumentarfilme. Ab 1972 führte er zudem Regie am Theater. Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Errol Flynn, David Niven, Christopher Lee und Max von Sydow seine Stimme. Er war verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter.
Til Kiwe starb am 30.11.1995 im Alter von 85 Jahren in München.
Demnächst im TV:
Keine aktuellen Sendetermine für Til Kiwe gefunden.
Filmografie - Filme mit Til Kiwe

Die Akte Odessa
(1974, Thriller)

Die Brücke
(1959, Kriegsfilm)

Der Schinderhannes
(1958, Abenteuerfilm)

Hafenpolizei
(1963-1966, Fernsehserie)